Lehrmittel Isolierspengler/in EFZ · Brandschutz

Montage von Brandschutzdämmungen

Mineralfaserbekleidungen für Lüftungsleitungen — Bolzenschweissen, Befestigung und montagegerechter Einbau (Lehrmittel Seiten 43–45)

Leistungsziele Betrieb c5.3–c5.6 · Berufsschule c5.3, c5.5 · ÜK c5.3–c5.5 · Stand 17.08.2025

Überblick

Bolzenschweissysteme für Brandschutzbekleidungen

Für die Befestigung der Bekleidungsplatten aus Mineralfasern werden Bolzenschweissysteme verwendet. Sie bestehen in der Regel aus einem Bolzenschweissgerät, einem Massekabel und einer Schweisspistole.

Aufbau des Systems

  • Bolzenschweissgerät, Massekabel und Schweisspistole bilden das Bolzenschweisssystem.
  • Das Gerät arbeitet mit einer Netzspannung von bis zu 250 Volt und einer Netzfrequenz von bis zu 60 Hertz.
  • Die Sicherheitsvorschriften sind zwingend einzuhalten.

Anwendung

  • Tellerschweissstifte oder Schweissstifte mit Sicherheitsscheiben befestigen die Bekleidungsplatten am Objekt.
  • Das Befestigungsraster richtet sich nach der Anerkennung des Systems.
  • Brandschutz- und thermische Dämmung werden in zwei Lagen ausgeführt.
Merksatz: Die Montage erfolgt ausschliesslich mit dem geprüften System und gemäss der Einbauanleitung des Systeminhabers.

Warum gilt dieser Merksatz?

  • Geprüft ist geprüft: Die Feuerwiderstandsdauer (zum Beispiel EI 30) gilt nur für die Konstruktion, die im Brandversuch nach SN EN 1366-1 genauso geprüft wurde — Material, Aufbau, Ecken, Stösse, Durchdringungen und Befestigungsraster eingeschlossen.
  • Abweichungen machen die Zulassung ungültig: Die Anerkennung des Systeminhabers verweist auf die Einbauanleitung. Eine Anpassung der geprüften Konstruktion ist in den Vorschriften nicht vorgesehen; Drittsysteme sind in dieser Kombination nicht geprüft.
  • Nachweis und Haftung: Bei der Abnahme und erst recht im Schadensfall muss der Verarbeiter belegen können, dass das System vorschriftsgemäss verbaut wurde.

Einsatz von Maschinen · Lehrmittel S. 43

Gefahren beim Bolzenschweissen

Bei Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften können erhebliche Schäden an Leib und Leben entstehen — insbesondere durch:

  • elektrischer Schlag
  • elektromagnetische Felder — Störung von Herzschrittmachern
  • Verbrennungen durch heissen Lichtbogen oder Schweisspritzer
  • Gehörschädigung
  • toxische Schweissdämpfe

Gerät darf nicht benutzt werden, wenn …

  • die Sicherheits- und Schutzeinrichtungen defekt oder beschädigt sind,
  • eigenmächtige Veränderungen am Gerät oder am Zubehör vorgenommen wurden.
Verbotspiktogramm: durchgestrichenes Herz mit HerzschrittmacherFür Personen mit Herzschrittmachern: Abstand von mindestens 12 Metern zum Schweissgerät einhalten — den Arbeitsplatz mit einem gut erkennbaren Warnschild kennzeichnen.
Bolzenschweissgerät mit Tragegriff, Display und Anschlussbuchsen
Beispiel eines BolzenschweissgerätsZum Vergrössern anklickenQuelle: Lehrmittel Isolierspengler/in EFZ, S. 43

Einsatz von Maschinen · Lehrmittel S. 43

Sicher arbeiten — vor, während und nach dem Schweissen

Die drei Phasen im Überblick: Was nach der Arbeit oder bei einer Störung, während des Betriebes und für einen einwandfreien Betrieb zu beachten ist.

Nach der Arbeit oder bei einer Störung

  • Schalten Sie das Schweissgerät aus.
  • Ziehen Sie den Netzstecker.
  • Sichern Sie das Schweissgerät gegen unbefugtes Einschalten.

Während des Betriebes

  • Schweissen Sie nur in Räumen oder Bereichen, in denen keine zusätzliche Gefährdung durch Feuer, Explosionen oder Nässe besteht.
  • Stellen Sie sicher, dass am Arbeitsplatz Feuerlöschmittel zur Verfügung stehen.
  • Vergewissern Sie sich, dass der Arbeitsraum ausreichend belüftet ist.
  • Halten Sie für Personen mit Herzschrittmachern einen Abstand von mindestens 12 Metern ein und verwenden Sie ein gut erkennbares Warnschild.
  • Schützen Sie sich: Tragen Sie Schutzkleidung gegen Verbrennungen, einen Helm zum Schutz der Kopfhaut, eine Schutzbrille gegen Funkenschlag und einen Gehörschutz gegen Lärm.

Für einen einwandfreien Betrieb

  • Verlegen Sie Schweiss- und Massekabel schlaufenfrei und mit ausreichendem Abstand zu elektrischen Fremdgeräten.
  • Achten Sie darauf, dass tangierende Bauteile oder Einrichtungen nicht durch den Lichtbogen oder Schweisspritzer beschädigt werden.

Geräteeinstellungen · Lehrmittel S. 44

Kontaktschweissen mit Tellerschweissstiften

Einrichten

Je nach Typ richten Sie das Gerät für die vorgesehene Schweissaufgabe ein und setzen den passenden Bolzenhalter in die Schweisspistole. Anschliessend führen Sie das Verbindungselement in den Bolzenhalter ein.

Ladespannung

Die Ladespannung ist abhängig von der vorgesehenen Bolzendicke. Die Werksangaben sind Richtwerte: Nach Probeschweissungen passen Sie die Ladespannung für die jeweilige Schweissaufgabe und Materialkombination gemäss Bedienungsanleitung an — besonders beim Schweissen von Aluminiumlegierungen.

Fünf schematische Abbildungen des Kontaktschweissverfahrens bei einem Tellernagel
Schematischer Ablauf des Kontaktschweissverfahrens bei einem TellernagelZum Vergrössern anklickenQuelle: Lehrmittel, S. 44
1

Setzen Sie die Pistole mit dem Tellernagel senkrecht durch die Isolierung auf das Werkstück.

2

Das Verbindungselement muss Kontakt zum Werkstück haben.

3

Drücken Sie den Auslösetaster am Pistolengriff und drücken Sie die Schweisspistole gegen die Federkraft auf die Isolierung, bis der Mikroschalter in der Pistole die Schweissung auslöst.

4

Ziehen Sie die Pistole senkrecht vom Tellernagel ab.

5

Kontrollieren Sie die Schweissstelle.

Befestigung · Lehrmittel S. 44

Befestigungsmaterial und Befestigungsraster

Material

In der Regel erfolgt die Befestigung mit einem Schweissgerät für Schweissstifte aus Stahl. Die Bekleidungsplatten werden mit sogenannten Tellerschweissstiften oder Schweissstiften mit Sicherheitsscheiben am Objekt befestigt.

Tellerschweissstifte und Sicherheitsscheiben aus Stahl
Tellerschweissstifte mit SicherheitsscheibenQuelle: Lehrmittel, S. 44
Tellernagel mit flacher runder Kappe
Tellernagel mit flacher runder KappeQuelle: Lehrmittel, S. 44
Befestigungsraster: Lüftungskanal mit Bekleidung und maximalen Abständen in Millimetern
Befestigungsraster mit maximalen Abständen (Angaben in mm)Zum Vergrössern anklickenQuelle: Lehrmittel, S. 44
Die Ausführung der Befestigung — insbesondere die Abstände — kann je nach System unterschiedlich sein. Die Abstände vom Rand sowie die Abstände zwischen den Stiften sind der Einbauanleitung zu entnehmen.

Montage · Lehrmittel S. 45

Durchdringungen, Eckverbindungen und Abklärungen

Brandabschnittsdurchdringungen

Die Konstruktion der Durchdringungen ist Bestandteil der Prüfung. In der Praxis sind deshalb derselbe Aufbau und die gleichen Materialien zu verwenden. Der Systeminhaber muss dem Verarbeiter die Einbauanleitung mit allen Angaben zu Materialisierung, Aufbaukonstruktion und Befestigung bekannt gegeben haben.

Eckverbindungen

Eckverbindung einer Brandschutzbekleidung an Decke und Wand mit sichtbaren Befestigungen

Die Anordnung der Bekleidungsplatten und allfällige zusätzliche Massnahmen erfolgen wie bei der Prüfung. Wurden Tragkonstruktionen bei der Prüfung gedämmt, sind sie in der Praxis ebenfalls vollständig zu dämmen. Eventuelle Klebverbindungen an Plattenstössen und Ecken sind auszuführen; zusätzliche Befestigungen mit Isolierfederschrauben sind ebenfalls anzubringen, wenn sie Bestandteil der Brandprüfung waren.

Foto: Eckverbindung an Decke und Wand — Quelle: Lehrmittel, S. 45 (zum Vergrössern anklicken)

Abklärungen vor dem Einbau

  • Dichtigkeitsklasse der Lüftungsleitung
  • Maximale Kanallänge
  • Maximale Abstände der Leitungsabhängungen
  • Leitungsdimensionen
  • Vollständigkeit der Einbauanleitung
  • Aussteifungspflicht
  • Druckklasse
Fehlen Angaben in der Einbauanleitung, darf das System nicht verbaut werden. Die Anwendung von Drittsystemen ist nicht statthaft.

Montage · Lehrmittel S. 45

Brand- und thermische Dämmungen

Verlangt die Gesetzgebung (MuKEn) nebst der Feuerwiderstandsanforderung zusätzlich thermische Dämmschichten, gilt es primär, die Brandschutzanforderung mit der entsprechenden Bekleidung zu erfüllen. Die thermische Dämmung wird über der Brandschutzbekleidung ausgeführt.

  • Die Brandschutzdämmung wird immer direkt auf der Luftleitung angebracht.
  • Verarbeitung gemäss Herstellerangaben.
  • Die thermische Dämmung wird als zweite Lage darüber angebracht.
  • Die zweite Lage ist zwingend unabhängig von der Brandschutzdämmung zu befestigen — zum Beispiel mit Stahlband, Maschengitter oder Tellerschweissstiften.
  • Das zusätzliche Gewicht ist bei den Abhängungen mitzurechnen; die Abhängungen sind um 100 mm zu ergänzen.
Merksatz: Erst die Brandschutzbekleidung, darüber die thermische Dämmung — die zweite Lage wird immer unabhängig befestigt.
Schnittzeichnung: Luftleitung mit Brandschutzbekleidung und darüberliegender thermischer Dämmung
Aufbau der Dämmschichten um den KanalquerschnittZum Vergrössern anklickenQuelle: Lehrmittel, S. 45
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